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LCC Wien Herbstmarathon am 21. Oktober 2012 -Marathonbericht von Regina LIEBERT
Ein sehr laaaanger Marathon für mich und doch der kürzeste Marathon-Bericht von mir!
Durch meinen Bändereinriss im Frühjahr, gab es für mich keinen Hamburg Marathon, somit fiel der Frühjahrsmarathon aus.
Im Herbst wollte ich aber schon einen laufen und habe mich für den LCC-Marathon entschieden.
Der Wachau-Marathon war mir zu früh (da lag zu wenig Zeit, von der Wiederaufnahme des Trainings nach der Verletzung, bis zum Event), den Graz-Marathon wollte ich nicht laufen und daher fiel die Wahl auf den LCC-Marathon.
Es war/ist sehr zäh voran gegangen im Training und ich habe den Anschluss zum Trainingsstand, wie ich ihn vor meiner Verletzung hatte, nicht wieder erlangt. Im Training fehlt mir knapp ein Kilometer in der Stunde. Das ist sehr viel.
Habe aber die Hoffnung, wenn ich eine Startnummer an meiner Brust haften habe, ich vielleicht durch die Motivation doch so einige Meter gut machen kann.
Daher habe ich auch mein Ziel für diesen Marathon am Freitag auf 3:09 Stunden fixiert. Wollte die Kilometer zwischen 4:25 – 4:30 laufen.
Es ist heute perfektes Marathonwetter. Was sollte da noch schief gehen? Hätte ich es vorher gewusst, ich wäre im Bett geblieben.
Ich habe wirklich gleich beim Start sehr darauf geachtet, nicht zu schnell zu beginnen. Der 1. Kilometer war in 4:22 und danach habe ich mich gleich zwischen 4:25 – 4:29 eingependelt. Nach der ersten Runde überholte mich „Nr. 190“ und fragte, Marathon?, ich sagte ja. Er lief vor mir her. Bei ca. Kilometer 10, fragte er, 3:09 Zielzeit?, ich antwortete, Ja. Er meinte, da könnten wir ja gemeinsam laufen. Ja, da können wir uns gegenseitig ein bisschen motivieren, gab ich als Antwort. Und so liefen wir gemeinsam. Ich konnte die ersten 2 Runden ziemlich gleichmäßig in diesem Tempo laufen. Mein Mann verpflegte mich immer kurz nach der 7 Kilometerrunde. Ich ging in die 3. Runde und es war plötzlich vorbei.
Meine Zeiten wurden immer schlechter, meine Herzfrequenz ging auch immer weiter runter. Es war als ob auf einmal der Stecker aus der Steckdose war und ich keinen Saft mehr bekam. Als ich meinen Mann traf, er war mit dem Rad unterwegs und hatte so zwischendurch daher immer ein Auge auf mich, sagte ich, ich laufe den Marathon nur mehr fertig, die Zeit ist weg. Aufgeben wollte ich auf keinen Fall, aber den Marathon fertig laufen, wenn man in der 3. Runde schon so fertig ist, eine Qual. Ich musste „Nr. 190“ ziehen lassen. Meine Besten Wünsche galten ihm und ich hoffte, er schafft es. Ich habe gerade die Hälfte überstanden und sollte das alles noch einmal laufen? Eigentlich ein nicht umsetzbares Vorhaben. Nein, ich gebe nicht auf. Ich überlegte, warum es heute so ganz schief ging. Die übrigen Gedanken erwähne ich lieber nicht, falls vielleicht noch Minderjährige mitlesen. (Hihihi)
Ich habe nicht zu schnell begonnen, ich hatte genug Kohlenhydrate aufgenommen, aber die Beine wollten nicht.
Die 5. und 6. Runde blieb mein Mann bei mir und begleitete mich am Rad. Dafür war ich unendlich Dankbar. Ich weiß nicht, wie er es geschafft hat, bei meinen Tempo nicht vom Rad zu fallen, weil ich so langsam schon lief. In der Letzten Runde arbeitete er schon mit allen Tricks – die 3. Frau ist schon ca. 150 – 200 Meter hinter mir, lass nicht nach, schau das Du den 2. Platz bei den Damen ins Ziel bringst. Es kam mir wie in Zeitlupe vor, ich versuchte wirklich alles um doch etwas schneller zu laufen. Es gelang mir einige Meter, aber dann musste ich wieder nachlassen. Dann kamen tröstende Worte von meinen Mann, die 3. Frau musste jetzt auch schon nachlassen und liegt jetzt nicht mehr so knapp hinter mir. In Wirklichkeit kam sie jetzt erst uns entgegen und lief Richtung Praterstern. Knapp einen Kilometer vorm Ziel, fing ich zu jammern an, es tut so weh. Als ich das Ziel vor Augen hatte, ich konnte nichts, aber auch gar nichts an Tempo zulegen, obwohl ich mir nichts mehr als das Endlich aufhören zu können, herbei sehnte. Ich habe keine Ahnung wie ich diese 4 Runden der reinsten Quälerei überstehen konnte. Meine Marathonzeit ist 3:21:31. Ich bin sehr endtäuscht. Wie gut das es „Nik“ gibt. Nicht nur, das er immer für tolle Fotos von den Laufevents sorgt, seine Fürsorge geht sogar so weit, dass er mich noch einmal zurück schickt, zum Ziel, weil man mir keine Medaille gegeben hat. Danke, Nik!, ich wäre sicher sonst ohne nach Hause gekommen. Ich traf meinen Laufkollegen „Nr. 190“ im Ziel und sah ihn voller Erwartung an: Hast Du es geschafft?, leider nein, seine Endzeit war 3:17. Im Festzelt holte ich mir meine warmen Sachen zum Anziehen. Kurz darauf fand auch die Siegerehrung statt und ich durfte mit einen Pokal (2. Platz) laaaaaaangsam nach Hause gehen.

Ein paar Worte an meinen Freund Nik:
Ich hoffe Du wirst diese Zeilen lesen!

Du bist aus der Laufszene nicht mehr wegzudenken. Es ist immer ein schönes Gefühl, wenn ich Dich hinter der Ziellinie mit Deinem Lächeln und Deinen Fotoapparat sehe. Immer gut gelaunt, harrst bei hoher Hitze oder auch bei eisiger Kälte aus, um uns mit Deinen Fotos zu erfreuen. Auf die wir ja schon immer ganz gespannt warten um sie auf Deiner Homepage bewundern zu dürfen. Du bist immer da um Dich von ganzen Herzen mitzufreuen, wenn es ein guter und schneller Lauf war und wenn es nicht so gut gelaufen ist, hast Du tröstende Worte. Meine Homepage wäre ohne Deinen tollen Fotos sehr farblos. Lieber Nik, DANKESCHÖN!

Deine Regina

Liebe Regina - Danke für deine ganz lieben Zeilen, es freut mich wirklich wenn ich dir und allen anderen Freunden, Lauftigeinnen und Lauftiger mit den Fotos Freude bereiten kann.
Ich DANKE dir.
Dein Freund Nik

Foto: Nik Nedwed
Graz Marathon am 14. Oktober 2012 - Marathonbericht von Dieter PRATSCHER.
Grazmarathonbericht von unserem Lauftiger Dieter PRATSCHER (Topsport Kolland Asics)
Als bester und schnellster Österreicher hinter 6 Top Läufern aus Kenia erreichte Dieter Pratscher mit einer Spitzenzeit von 2:29:31 den 7.Gesamtplatz

Zum Bericht:
Pfuhhh!!! Das wohl eines meiner härtesten Rennen meiner Laufsportkarriere. Nein! Es war mit Abstand das härteste!! Mit Worten kann ich gar nicht ausdrücken wie ich mich die letzten Kilometer geschunden habe. Aber es war wichtig für mich (v.a. für den Kopf), nach meiner letztjährigen Verletzungsbedingten Aufgabe beim Drei-Länder Marathon, einen Marathon zu finishen. Dass ich trotz aller Qualen noch unter 2:30h gelaufen bin zeigt dass mein Marathon Niveau nicht ganz so schlecht ist.

Nun aber zum Rennen. Zum ersten Mal bei einer Laufsportveranstaltung hatte ich einen Pacemaker. Eigentlich sogar 2. Herman Peindl und Jürgen Mock machten mir 10 bzw. 21km lang die Pace. Wofür ich den Jungs sehr dankbar bin. Mit Daniel Sorger hatte ich auch auf der gesamten Marathonstrecke auch einen Begleit-Radfahrer der für „den schnellsten Österreicher“ bestellt war.

Die ersten 10km liefen wir wie geplant mit etwas über 34 Minuten an. Erst dann steigerten wir ganz leicht das Tempo auf ca. 3:23/km und ich fühlte mich wirklich hervorragend. Nach rund 14km kam jedoch bereits eine erste große Herausforderung. Die Volksläufer der 11,5km Strecke – und das waren wirklich viele!!! – waren plötzlich vor uns. Da durchzukommen ohne Kraft zu verschleudern war eigentlich unmöglich. Im Zick Zack lauf ging es bis ca. Km 19 – wo sich die Volkslaufmassen in Richtung Ziel verabschiedeten - dann wurde es auch wieder ruhiger und angenehmer zu Laufen! Die Halbmarathonmarke passierten wir in etwa 1:11:45h nach welcher sich dann mein Pacemaker Jürgen Mock verabschiedete. Jetzt hieß es cool und locker bleiben denn – ich war mir bewusst – dass die restlichen 21km alleine zu laufen eine enorme psychische Belastung darstellen würde. Zudem wurde es auch immer wärmer was sich schon ab Km25 bemerkbar machte. Es lief eigentlich immer noch recht Rund bis ich bei Km 30 falsch eingewiesen wurde – was mir jetzt zwar nicht viel Zeit gekostet hat – aber für die Psyche nicht wirklich gut war.

Spätestens bei Km 32 war mir dann auch bewusst dass es ein harter Weg bis ins Ziel werden würde. Ich konnte das Tempo nicht mehr halten und weiteres unvorhersehbares Problem war dass ich mehr keine Flüssigkeit zu mir nehmen konnte. Mein Magen verweigerte was angesichts der doch recht hohen Temperaturen als nicht optimal anzusehen war.

Es wurde immer härter. Mein Begleit-Radfahrer Daniel Sorger war ab diesem Zeitpunkt auch der der mich im Rennen hielt. Ich weiß nicht ob ich ohne seine ständig aufmunternden Worte das Ziel gesehen hätte. Ich war stehend K.O. konnte kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen und es war mehr oder weniger eine enorme psychische Sache um es physisch irgendwie zu retten. Ich biss die Zähne zusammen sodass ich doch als schnellster Österreicher auf dem gesamt 7.Platz die Ziellinie überqueren durfte. Die Endzeit von 2:29:30h, bzw. das nicht erreichen meines Zeitzieles von 2:24h, war mir in dem Moment so etwas von egal. Ich war glück und zufrieden ins Ziel gekommen zu sein, immerhin als Gesamt 7. und wollte zu dem Zeitpunkt eigentlich nur zu meinen Streckenbetreuern (Freundin Kathrin – die für die regelkonforme Getränkeversorgung zuständig war – DANKE!!! Schwester, Schwager und meinen Vater!!!).

Als Belohnung für den härtesten Lauf meiner Laufsportkarriere gab’s dann noch einen 3 Stunden Aufenthalt mit 3 Infusionen im Sani-Zelt ;-) Danke auch an die Sanitäter!!! Für die Zukunft weiß ich aber auch dass man mit einer kürzlich überwundenen Verkühlung – am Mittwoch und Donnerstag vor dem Rennwochenende ging es mir miserabelst – nicht im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein ! Das war mit Sicherheit auch mit ein Grund für meinen Einbruch zum Schluß.

Foto: Nik Nedwed
LCC Wien - Herbstmarathon am 24.Oktober 2010
Ein Bericht von unserem Lauftiger Mag. Ulrich Wanderer - Nach 38 beendeten Marathons kann er schon einiges erzählen.

2003, 2005, 2006, 2007, 2009 sooft habe ich es versucht. Diese 3:17 aus der Wachau 2001. Damals war ich grad 30 geworden, hatte auch persönlich grad tief durchgeatmet und war wie aus dem Nichts diese Zeit gelaufen. Dann habe ich es so oft versucht. Ich war schon ziemlich frustriert. Habe mich gefreut, dass ich wenigstens einmal im Leben so einen tollen Tag erleben durfte, wie an jenem Septembertag 2001. Heuer lief es ja schon wieder recht nett, in Linz 3:26 oder so, dann Salzburg, Biel und Reykjavik, die Anzahl der heurigen Marathons könnte rekordverdächtig werden.
Und irgendwann einmal plauderte ich darüber mit Alfred, dem guten Geist, der Drehscheibe unserer Schuhaktion. Er war ein wenig erstaunt, dass ich es so lang nicht geschafft hatte und bot mir gleich an, mich zu trainieren.
Trainer? Hilfe, nein, das ist ja schlimm. Klingt nach Plan und Zwang.
Andererseits, damals waren grad noch 4 Wochen Zeit, die konnte ich ja gern in diesen Versuch investieren. Den Anfang bildete ein ausführliches Interview. Ich merkte gleich, dass ich es nicht mit einem Hobbytrainer, sondern mit einem Profi zu tun hatte. 10 Fragen musste ich beantworten, Fragen nach Puls, Unterdistanzzeiten, dem bisherigen Training und noch vieles andere mehr.
Bald darauf kam ein Plan, der mich stutzig machte. Ca 60 WochenKM statt wie sonst immer an die hundert, kein einziger Longjog mehr, statt dessen durfte ich den Höhenstrassenlauf und den Kahlenberglauf full speed rennen. OK, Alfred setzte also auf meine bisherigen Läufe, vertraute auf meine Grundlage und feilt am Tempo. Nun, warum nicht. Die Intervalle machten ja eh Spaß. 5X3000 oder auch 15x200 fad wurde es nie und alles blieb spielerisch.
Wir unterhielten uns täglich über meine Werte, ich bekam Feedback in Alfred´s unnachahmlicher Art. Keine Spur von Korsett, Laufen erhielt so einfach eine weitere Facette, die ich bisher nach 16 Jahren Marathon noch nicht kannte.
Und das eigentliche Wunder, jede einzelne Einheit machte Spaß. Herausfordernd war es freilich auch, aber eigentlich machte es Spaß!
Ein kleiner Wermutstropfen kam eine Woche vor dem LCC dann doch dazu, ich bekam recht unerfreuliche Knieschmerzen. Wahrscheinlich eine Kombination aus belastungsbedingter Reizung und einmaliger Fehlbelastung beim Schuheanziehen.
Nun, egal, es gibt Schlimmeres.
Die letzten Intervalle ließ ich aus, der Vollmond schien dem Knie auch wohl zu bekommen und so standen wir bald vor der Startlinie des LCC Marathon 2010. Die Vorgaben Alfreds waren klar. Die erste Runde in fast 4:50 und dann ein wenig schneller um dann einen Schnitt von 4:40 zu erreichen. Oder eben im besten Fall 4:39. Also
Los geht’s.
Ich laufe über die Matte und logge los. Ein KM und schon verfehle ich die Vorgabe. 4:40 obwohl ich mich wirklich zurückgehalten habe. (im Nachhinein sollte grad der erste KM besonders lang gewesen sein ) der 2. Km wird dann umso schneller, gleich in 4:37
OK, ich versuche nicht unter 4:40 zu laufen, reihe mich ein wenig ein, überhole ein bisserl und horche einmal in mich hinein. Knie hält. OK. Die Errungenschaft des heurigen Jahres ist zweifellos die Erkenntnis, dass ein leicht geänderter Laufstil viel bringen kann. Ich konzentriere mich auf meinen Unterbauch, drehe die Fußspitzen leicht nach außen und schon falle ich ein wenig schneller nach vorn. Schön, dass es so locker geht. Mich wundert, dass ich scheinbar nur farbig unterlegte Startnummern sehe. Gibt es denn keine Marathonläufer in meiner Umgebung? Egal, ich darf mich halt nicht an einen 7km Läufer anhängen, während er seinen Endspurt anzieht, alles andere paßt. Meine Zeiten pendeln so gegen 4:40 als ich die erste Runde beende. Nun scheint plötzlich das Feld halbiert zu sein. Platz, jetzt hab ich Platz.
Aber ich hab so viel Platz nach vorn, dass ich weit und breit keine Gruppe habe. Die kleine Überraschung: Es stört mich nicht. Ich spüre nun langsam, dass dies heute mein Tag ist. Mein Ego ist meine Gruppe, ich brauche mich nicht an anderen zu orientieren, sondern kann mein Tempo laufen. Kurz hänge ich mich hinter einen Deutschen rein, doch breche ich nach 20 Metern wieder nach vorn weg, heute nicht. Heute ist es mein Tag.
Gut, langsam komme ich auf Reisegeschwindigkeit. Die Zeiten pendeln sich bei 4:30 ein, bei KM 2 meist etwas schneller. Puls bleibt vorerst einmal bei 158, was für mich sensationell niedrig ist, endlich habe ich es einmal geschafft, meine Werte aus dem Training nicht nur in den Marathon zu retten, sondern sie noch wirklich punktgenau hinzufeilen. Danke Alfred!
Die 2weite Runde fliegt vorbei, ich freue mich über KM Zeiten, die ich grad noch aus fernen Erinnerungen erahnen konnte. Und ich überhole. In meinem Kopf geistern plötzlich komische Worte herum: Polster heraus laufen, Zeit ausbauen. Nein, vergiss es wieder! Heut rennst Du einfach sogut, wie Du es heut kannst! Einfach auf Tempo. Wer weiß was da rauskommt. Vielleicht werde ich noch ein wenig langsamer, aber... heut ist nicht der Tag, an dem ich mich schone.
Ich kann es ja. Das habe ich mir heuer schon oft bewiesen. Und jetzt renn.
Bei jeder Labe beiße ich ein kleines Stück Banane ab, manchmal ein kleiner Schluck Iso, nur nicht zu viel, sonst muß ich noch austreten. Zu Beginn der 3. Runde überlege ich langsam, ob ich Bernhard, der mich nun ab dem HM unterstützen wird, nicht schon jetzt bitten soll, mir den MP3 Spieler zu geben. Ach, nein, nur keinen Stress. Ich habe ihn schon gesehen, ja, auf ihn ist Verlass.
Angekündigt habe ich mich beim HM so knapp vor 11:40. bei der Hälfte der 3. Runde bin ich aber schon auf Kurs für 1:35-36. Wow, nicht wirklich übel.
Immer wieder sehe ich die bekannten Gesichter, Alfred, Tobias, JM, Richy, Carola, Wobe, Martin G., Rudi, Heidi, Roland, der mich überhaupt als Leithammel nur noch mit MÄÄÄHHH begrüßt
Martin, wie auch die anderen feuert mich immer wieder an.
Mein „Lieblingspunkt“ auf der Strecke ist diese völlig verunglückte Lösung bei der Wende oben beim Praterstern. Hier eine halbwegs tempoerhaltende Variante zu finden ist unmöglich. Einmal räume ich fast die Markierungen weg, dann wieder muß ich stark bremsen. Aber was soll`s, ich überhole.
Halbmarathon. Schnell hole ich mir noch meine Eigenverpflegung ab und stopfe ein Gel in mich hinein. Gar nicht so schlecht heute!
Bei ca 1:36 treffe ich auf Bernhard. Lustigerweise merke ich nun zum ersten Mal meine Beine ein wenig. Kurz werden Gedanken an so viele Fehlerversuche wach, aber er gibt mir gleich meinen vorbereiteten MP3 Spieler aus dem ein Mix aus Bruce Spingsteen, Rolling Stones, Dire Straits, Nena und Rocky Horror Show plärrt. Auf geht’s. Ich hab das Gefühl, jetzt geht der Marathon richtig los. BernhardseiDank.
Toll ich bin nun nicht mehr alleine. Voller Stolz brülle ich (kopfhörerderrisch) „GEIL“ auf die Frage, wie es mir geht. Ein klein wenig verlangen nun die Oberschenkel nach Aufmerksamkeit, aber … ich hab sooft, wenn ich jemanden unterstützt habe betont:“ das ist nun halt Marathon!“
Wir laufen nun immer hinter einer kleinen Gruppe, gepaced von Gerhard Hartmann. Scheinbar planen sie so ungefähr 3:15, eine für mich fantastische Traumzeit, welche ich nicht anzustreben wage. Aber immerhin, ich laufe hinter dem 2:12:22 Läufer.
Ich plaudere ein wenig mit Bernhard, sage ihm, dass ich mich großartig fühle und weiß, dass ich ein relativ hohes Tempo laufe. Aber, heut will ich es wissen!
Und wie ich laufe. Immer noch pendelt der Puls zwischen 160 und 162, ich freue mich unglaublich während wir den einen oder anderen Kollegen überholen. Nein, nicht überholen, wir überrunden schon brav. Ein unglaubliches Gefühl, so locker. Zwischen KM 1 und der Hauptallee bremse ich immer ein klein wenig herunter, um den Puls nicht zu hoch werden zu lassen, das Tempo bleibt konstant bei 4:30, ich baue meinen Vorsprung beeindruckend (für mich zumindest ) aus. Auf die Allee wieder drauf, überrunden, überholen, einen Biss, einen Schluck und die Fußspitzen nach außen, während David Bowie seine ganz alten Lieder ins Micro und mir ins Ohr plärrt. Bernhard rennt wie ein Uhrwerk, holt mir Tee, als ich plötzlich leichte Bauchkrämpfe bekomme und macht gute Stimmung zum guten Spiel
Bei KM 28 kommt Thomas ins Spiel, ja nicht nur er, er hat auch noch eine Lauffreundin mitgebracht. Zu dritt laufen sie vor mir, sodass ich mich um nichts mehr kümmern brauche. Ich kann mich einfach ziehen lassen, versuche dann meine eigene Linie zwischen km 1 und 2 zu laufen, doch auch hier schalten meine Begleiter schnell um und bleiben um mich herum. Gerhard Hartmann rückt näher... Wieder ein Biss Banane und ein Schluck Iso und auf noch einmal hinauf zum Praterstern. Ich kann es kaum glauben, ich liege so gut in der Zeit, baue meinen Vorsprung auf die 4:40 Durchschnittszeit immer noch leicht aus. Nur selten schleicht sich ein 4:37 bis 4:40 km ein, meistens gehen sie Splits mit 4:35 von der Sohle. Als ich Martin wieder ca. 800 m nach der Wende sehe, brülle ich ihm entgegen :“ das wird sooooo eine geile Zeit!!!“.
Besser kann ich eigentlich den Lauf ohnehin nicht mehr beschreiben.
Irgendwann hier schießt mein Puls kurz einmal auf 168 rauf, ich schiebe es auf´s Essen und bremse mich ein. In ca 100 m zeigt die Pulsuhr wieder 163 , ich nehme Tempo wieder auf. Am Ende der 5. Runde bitte ich Thomas und Bernhard, sie mögen mir ausrechnen, welche Zeit rauskäme, wenn ich die letzte Runde im 5er Schnitt liefe. Bernhard weigert sich, er meint, es wird gerannt, nicht gerechnet. Bei km 2 laufen wir schließlich auf Heidi auf. Ich möchte ihr ein wenig helfen und bitte Thomas, sich um sie zu kümmern. Ich bin so gut drauf, ich brauche nur einen Pacer. Mit Bernhard geht’s nun weiter, wir laufen plötzlich auf Gerhard Hartmann auf und überholen. Ich frage ihn noch, ob er uns ein wenig begleiten möchte, was er zwar bejaht, gleichzeitig aber meint, er kann nicht, weil er auf seine Gruppe warten muß. Schade, aber andererseits, wie oft habe ich schon diese Chance
Nun rechne ich, und gleichzeitig staune ich über meine Zeiten. Während ich locker im 5er Schnitt laufen könnte um meine Bestzeit zu zerbröseln bin ich immer noch mit 4:45 bis 4:50 unterwegs. Einmal noch rauf, einmal noch ein Schluck und die letzten Kräfte... nein, eigentlich geht’s mir jetzt gar nicht um die letzten Kräfte. Es ist so eindeutig, dass ich meine Angst, ich sei zu alt, um meine Zeit aus dem Jahre 2001 zu rennen überwunden habe. Immer wieder schleicht sich ein kleiner beginnender Heulkrampf ein. Nein NOCH NICHT! Jean Marie kommt uns mit Riesenschritten entgegen, er holt zum Abklatschen aus... ich freue ich dass Bernhard die ganze Energie abbekommt, ich hätte schon Angst gehabt
Einmal noch feuert mich ein strahlender Martin an, seine positive Stimmung gibt mir so viel Kraft, ich versuche noch ein wenig zu beschleunigen. Einfach ist es nicht, doch nun sehe ich den letzten Kilometer, diesen KM 6, der meine Bestzeit, meinen Traumlauf besiegelt. Ich schicke einen kurzen Dank gen Himmel und versuche mir zu überlegen, wem ich diesen Lauf widmen soll, doch fallen mir die Namen nicht ein. Nun, alle die mir von „oben“ aus zuschauen, ich hoffe, es gefällt Euch!

Ich sehe den 42km Bogen, nur noch wenige 100 Meter. Knapp nach der Meiereistrasse will uns noch einer überholen, ich steigere das Tempo auf ca. 4:10 und renne ins Ziel.
Wahnsinn, 3:14:31, das ist eine andere Welt!
Nicht mehr diese ewigen 3:28 oder 3:34

JAWOHL! Ich bin noch nicht zu alt!

Nun brauche ich meine Tränen nicht mehr zu halten, ich lege mich ins Gras und werde von Elisabeth, JM, Tschitschi und dem Trainer aller Trainer beglückwünscht. Alfred hat darüberhinaus auch noch den Marathon gewonnen, ein toller Tag!

Ich schleppe mich zur Zielverpflegung die ein wenig LCCspartanisch ausfällt, hole meine Kleidung sowie das Lcc2010 Leiberl und mache mich wieder auf zum Ziel, um Heidi in Empfang zu nehmen. Auf Höhe der Zielverpflegung spricht mich ein Laufkollege an. Ich hätte ihm letztes Jahr den Marathon gerettet, wäre letztes Jahr so wichtig für seinen Lauf gewesen. Er war so unglaublich nett und dankbar, ich konnte es kaum fassen. Als ich ihm von meinem Lauf berichtete heulte ich erst wieder los, er verstand mich aber und wir plauderten noch eine Zeit lang sehr nett! Danke Josef, falls Du diesen Bericht liest.

Ach ja, auch Danke an jeden einzelnen, der mich unterstützt hat, der diesen Bericht gelesen hat und freilich allergrößten Dank an meine Traumfrau. Für alles
Bieler Lauftage - 100 km - 11.Juni 2010
Wir Läufer sind sind schon ein verrücktes Volk, sonst würden wir ja nicht laufen, aber einige von uns sind besonders verrückt - Gott sei Dank !

Nik Nedwed
BERICHT VON ULRICH WANDERER:

Was für eine Nacht oder und dieser Tag ist heute.

Es war einmal vor langer, langer Zeit, ich war verlobt und meine Anzutrauende unterbreitete mir einen irren Vorschlag. Laufen wir in der Nacht 100 KM?
Nun, was sollte ich ihr abschlagen, schließlich wollte ich sie heiraten. Als sie mir dann später erzählte, dass die Idee eigentlich von einem anderen stammte, nun, ich hatte schon ja gesagt.
An dieser Stelle ein herzliches Danke an Rainer „rrnch“
Nun, was hatte sie gemeint, einen völlig hirnrissigen Lauf in der französischen Schweiz, den nur die Seltsamen vom Hörensagen und die Irren aus eigener Erfahrung kennen. Sogar ein Buch würde in Sammlerkreisen und Unibibliotheken (wohl auf der Psychiatrie) kursieren. „irgendwann musst Du nach BIEL“

Mir war relativ bald klar, dass Biel für mich der Prüfstein meiner Lauferei wäre. 100 Km, die Veitsch und danach noch einen Marathon anhängen, Linz, Salzburg gleich drauf und dann noch, weil´s so witzig ist, noch einen kleinen Halben drauf.
Das war Biel in meinem Kopf. Das nun wirklich nicht mögliche, der, wofür man nicht trainieren konnte. Marathons, die Veitsch meinetwegen dafür kann man trainieren. Biel, hier braucht man ein wenig Selbstüberschätzung, Irrsinn und Lust. Lust, das Unmögliche zu wollen.
Nun, an allen genannten Eigenschaften mangelt es mir ja nicht gerade, daher war mir klar, es wäre das größte Abenteuer seit meinem ersten Marathon 95, den ich ja ohne Lauftraining in Angriff genommen hatte. Ich bin zweifelhaft ein lausiger Marathonläufer, habe auf den bisher gelaufenen Ultras jedes mal glorreich meine Zielvorgaben um Stunden versemmelt, nun sagen wir einmal ich bin ein Läufer, einer, der einfach gern herum rennt und seine Hetz hat.

In meinem Job habe ich auch oft Gelegenheit, mich mit meinen Kolleginnen, ausgebildete Beraterinnen zu unterhalten. Eine von Ihnen hinterfragte einmal kürzlich meine Motivation, in Biel zu laufen. Ich suche meine Grenzen, ich will meine läuferischen Limits entdecken. Ohne Möglichkeit, in jeder Runde auszusteigen, einfach losrennen und nur im Verletzungsfall Unterschlupf in den Stationen der Samariter zu finden. Ich wollte meine Grenze finden.
Meine Kollegin antwortete drauf: Wenn Du also durchkommst, hast du eigentlich Dein Ziel verfehlt. Hmmmmm..... witzige Idee. Ich könnte also mein Ziel nur erreichen, wenn mich der GAU, die Aufgabe ereilen würde. Was nun?

Aufgeben? Nun ausschließen werde ich es nie, aber bitte nicht im jeweils aktuellen Fall.

Die Tage gingen vorbei, wir heirateten, und sogar bei unserer Hochzeit sprach der Pfarrer zu unserer Verwunderung den 100km Lauf an. Scheinbar hat ihn die Idee irgendwie begeistert.
Die 2 Wochen vor dem Lauf gestalteten sich zur Nervenprobe. Heidi fand im Tagesrhythmus schlechte und ganz miese Wetterprognosen. In den schlechten war von gelegentlichen Gewittern die Rede, in den ganz miesen konnten wir von durchgehendem Starkregen lesen. Wow, das besserte meine Stimmung gegen Null. Ich ersuchte meine Holde schlussendlich, die Wetterprognosen für sich zu behalten. Leider klappte dies nur für einen Tag, bereits am Tag danach war von ein wenig Hoffnung, dann wieder von Dauerregen die Rede. Regen, der begleitete uns ja wie ein nasser Fetzen (will sagen, wie ein roter Faden) durch unsere Vorbereitung. Linzmarathon: Regen, Salzburg, Regen, im letzten spannenden Vorbereitungslauf (von 4:30 – 6:30 auf der Insel) schüttete es in Strömen, sodass ich die Erfahrung machen durfte: Meine Regenjacke ist nicht wasserdicht
Ich konnte dieses Sauwetter nicht mehr sehen, und jetzt stand es sogar unmittelbar in der extended Version vor uns. All die schlauen Meterolügen hatten es prophezeit, zumindest irgendwo war immer von Regen und Gewitter zu lesen.
Aus dem Forum erfuhren wir Hilfreiches:
Biel rennst Du aus dem Kopf, Training ist Nebensache. Juhuuuu ich brauchte also nicht voll trainieren. Paßt.
Nun, irgendwann dann kam der Tag der Tage immer näher, wir packten und verließen zeitig in der Früh unsere Wohnung. Aufstehen um 5:10, Start zu einem 100 KM Rennen an gleichen Tag um 22:00. Dazwischen lagen ca 10 Stunden Zugsfahrt in die französische Schweiz. Lange hätten wir also Zeit gehabt, um uns eine Art Zeitziel zu schustern. Heidi hatte jedoch bereits recherchiert und legte uns, trotz meines verzweifelten Widerstandes auf 15 Stunden fest.
Zur Wiederholung fünfzehn Stunden Laufen, durch die ganze Nacht, bis in den frühen Nachmittag es folgenden Tages.
Klang irgendwie logisch. Meine beste Veitschzeit mal 2 zuzüglich der Ulrich-Stunde. Diese kann ich aus den gemachten Erfahrungen bei Ultras immer auf alle erhofften Zielzeiten draufschlagen, dann paßt es halbwegs. Also quasi eine Ewigkeit und noch ein bisserl was.
Aber hallo, was kümmert mich die Zeit, es gilt einhundert Kilometer zu bewältigen, zu laufen, gehen kriechen. Dieser Gedanke alleine schon läßt mich zittern. 100 Km!!

So unglaublich viele Ängste und Sorgen gehen in meinem Kopf herum... Was wird die Verdauung machen, da erzählen ja die Trias immer Schauergeschichten. Gerade ich, der doch so viel Schlaf braucht, wie soll ich das dann schaffen, wenn wir um 5 aufstehen, dann um 22 Uhr weglaufen und erst gegen 14 Uhr ins Ziel kommen? Soll ich schlafen währenddessen?
Was machen wir, wenn der angesagte Regen wirklich kommen sollte? Kann man überhaupt 100KM im Regen laufen? Welche Kleidung hält das aus?
Wie kann ich denn genügend essen? Gerüchte von 8-10.000 kcal schwirren herum.
Freilich das meiste kommt vom Fett, also muß ich nur ca 2000 kcal wirklich essen.. eh nur … NUR 2000 kcal ? Soll ich denn eine Pizza essen?

Dann war da noch die Frage nach der besten Laufkleidung. Es hat sich klar herauskristallisiert, dass ich jedenfalls mit einer Tight laufen werde, nachdem ich mich in den letzten Wochen öfter aufgerieben hatte, Heidi schenkte mir ihre, die mir praktischerweise genau passte. Sehr gut. Und dann kam das Wochenende in Wolfsberg, eine Woche vor dem größten Lauf meines Lebens vergesse ich eine der wichtigsten Grunzregeln und kaufe beim Intersport eine Salomon Kompressions-Tight. Eine relativ sauteure zwar, aber sie vermittelt das Gefühl, leichte Beine zu haben.
Die schnürt die Haxen ein, schränkt ein wenig ein, aber irgendwie glaube ich an die Hose.
Zweimal trage ich sie vorher und verfluche meine Blödheit. Die Hose ermöglicht keinen zügigen Schritt, verhindert die Leichtigkeit des Laufens und überhaupt.

Einpacken kann ich sie ja auf jeden Fall. Nein, besser ich ziehe sie einfach im Zug an. So behalte ich leichte Beine.
Ok, wir stehen also um 5 auf, gehen um 6:30 zum Bahnhof und dösen Richtung Schweiz. Dösen und düsen. Wir wollen so wenig Energie verschwenden, so oft wie möglich auch schlafen.
Währenddessen schmausen wir Milchreis, den Heidi am Vortrag noch gemacht hat.

In Zürich angekommen, viele Stunden sind vergangen, suchen wir den richtigen Bahnsteig, vor uns ein blonder Hühne, der offensichtlich auch Richtung Biel will. Er hat einen Schritt, der wohl auch im normalen Gehen einen 5er Schnitt ermöglicht. Wir freunden uns an und plaudern die ganze Fahrt hindurch mit Matthias. Er erzählt von 100km Wanderungen und 42km selbstvermessenen Läufen mit Rucksack. Mit ihm machen wir uns auf ins Start/Zielgelände, holen unsere Startunterlagen ab.
Dann stellen wir langsam unser neues Zelt auf, unser Hoferzelt. Es geht ja recht flott, doch am Ende müssen wir lachen. Das Zelt ist für uns beide schon ziemlich klein, all unsere Kleidung paßt kaum rein.
Die Zeit geht vorbei....
Wir geben auch einen Kleidersack ab, aus welchem wir bei KM 57 (also quasi nach der Veitsch) noch andere Schuhe, Socken oder anderes nehmen können.
Ich liege dann im Zelt, alleine, Heidi ist grad draußen, und bekomme plötzlich große Angst. Was, wenn ich aufgeben muß? Wenn ich zum ersten Mal überhaupt aufgebe, und dann in weiterer Folge einen anderen Lauf auch, dann habe ich verloren. Und es sind doch unmögliche 100 KM!
Wurscht. Angst ist möglich, Panik ist OK. Jetzt aber zieh Dich an, mach dich fertig und dann laufen wir einmal in BIEL.

Wir plaudern, ich behänge mich wie ein Christbaum mit Regenjacke, Müllsack, Handy, WC-Papier und Gels. Meine Stirnlampe habe ich auch dabei. GEMMA
Unmittelbar am Weg zum Start unterhalte ich mich noch mit einem anderen Starter. Er begleitet seine Freundin und bietet mir Ausblicke auf eine wundervolle Strecke, ein tolles Feeling bei km 50 bzw Sonnenaufgang und einen Einbruch bei KM 80.

Im Startbereich herrscht unglaubliche Stimmung. Ein einziges Fest. Wir treffen den Autor des Kultbuches „irgendwann mußt Du nach Biel“ Werner und unterhalten uns. Er ist über 80 und läuft heute wieder.
Alle sind gespannt und freuen sich.
Startschuss
Startschuss für einhunderttausend Meter
Die Straßen in Biel sind gesäumt von Menschen, die uns begeistert zujubeln, es ist 22 Uhr. Und wir laufen, wir traben im 7er Schnitt durch die Stadt. Eine unglaubliche Begeisterung, eine Stimmung, die wirklich ihres Gleichen sucht. Kein anderer Lauf kann hier annähernd mit, vielleicht, aber auch nur vielleicht hält der Berlin Marathon mit. Doch das ist Geschmacksache.
Im Licht der Neonstöcke und Straßenlampen geht’s die ersten 5 Kilometer durch Biel. Dann bald die erste Anhöhe, der erste Anstieg. Heidi hat mir eingebläut, wir müssen die Anstiege rauf gehen. Gut, gehen wir halt. Andere gehen auch, kaum wird gelaufen. An den Gartenzäunen stehen unglaublich viele Menschen und lachen, feuern uns an. Die Stimmung ist sensationell.
Wir plaudern und freuen uns des Weges. Irgendwann einmal zweigen wir dann in einen Waldweg ab, hier gibt’s dann kein Licht mehr, hier schalte ich zum ersten Mal meine Stirnlampe ein. Tadellos, das Licht reicht für sicher 5 andere, die sich somit ihre Batterien sparen Ich spiele also den Luster. Ach, soll sein.
Wir kommen irgendwann einmal zur 2. Labestation. Hier gibt’s Iso, Wasser, Tee, Bananen und noch einiges.. ich frage „ist das Tee“, bekomme ein „ja“ zurück.
Der erste Schluck endet in einer ungläubigen Überraschung. Das ist ja salzig. Ich spucke sofort wieder aus. Der Mann an der Labe schaut mich entsetzt an.
Es war die für Biel berühmte Gemüsebouillon
Nach ungefähr einer Stunde überholen uns irgendwann einmal die ersten flotten Halb- und Marathonläufer, die teils ohne Stirnlampe in die Nacht hinein laufen. Hinein Rasen, sie schreien und den Weg frei zu bekommen und rasen über die Feldwege.
Schaut toll aus.

Eine Stunde voller Staub und Felder folgt, mit meiner Lampe kann ich mir ein ungefähres Bild von der Umgebung machen, muss nett aussehen hier.
Runter versuche ich, den bewährten Stefan-Stil zu üben, erziele dabei erstaunliche Ergebnisse Heidi kommt nach auch sie hat den Stil übernommen.
Wie lange laufen wir eigentlich gemeinsam? Nichts fixes ist ausgemacht, mal schauen.
Wir tun uns schwer, einen Kilometerschnitt zuerrechnen, so unregelmäßig sind unsere Zeiten, aber auch so egal ist es.
Bei einem Bergaufstück plötzlich werde ich sehr müde. Es ist ungefähr halb eins, ich gähne erst in mich rein, dann völlig ungeniert offen. Kurz mache ich sogar unterm Gehen die Augen zu. So geht’s ja auch nicht. Das minimiert ja meine Motivation. Heidi rät mir, ich möge bei der kommenden Labestation mit Cola gegen meine Müdigkeit kämpfen. Ein genialer Tip, ich bin fortan nicht mehr müde, nicht mehr bis zum bitteren Ende. Wir laufen durch viele Ortschaften, Sehen im Schein der Stirnlampe wunderschöne Bauernhöfe.
Beim Ziel des HM, herrscht wieder Volksfeststimmung, wir werden Zeuge eines spannenden Sprints. Weiter geht’s. Langsam merke ich in weiterer Folge, dass mein rechter Oberschenkel bzw meine Hüfte und der Hintern ein wenig beleidigt sein dürften. Gleich erzähle ich es Heidi, die mir aus ihrem Erfahrungsschatz gleich vorschlägt, zu überlegen, ob es nicht aufgrund der neuen Hose sein könnte. Diese könnte eine Druckstelle ausüben, die ausstrahlt. Nun, genau das ist es auch.
Weiter. Durch die dunkle, aber netterweise sehr laue Nacht. Ich schalte kurz einmal meinen MP3 Spieler ein, höre das genau passende Lied, beginnend mit den Worten „WAS FÜR EINE NACHT“
Bisher haben wir ca 25- 30 KM geschafft. Aber ich bin langsam überzeugt, dass wir es schaffen können. Dass wir einhundert Kilometer laufen können.
Gänsehaut.
Heidi lächelt auch, wir sind guter Dinge.
Beim Marathon, irgendwo in einem kleinen Dorf, so in etwa nach 5 Stunden findet der Zieleinlauf der Marathonis statt. Ehrlich gesagt, wenn man´s nicht gewußt hätte, hätte man gedacht, das ist ein Regendach. Der kleinste Marathonzieleinlauf, den ich jemals gesehen habe. Aber heute dreht es sich halt nicht um den Marathon, nicht um die „Unterdistanz“
Nun, sind wir Ultras, wir laufen nun schon weiter als üblich. Und alles geht gut, keine nennenswerten Vorkommnisse, ich traben dahin. Ich fange langsam an, mich über meine Hose zu freuen, sie ist der bestmögliche Kauf gewesen.
Nun, langsam wär´s nett, wenn nicht nur ich immer Licht für alle machen müsste, andererseits reicht meine Lampe halt völlig aus. Warum denn nicht.
Ich freue mich, dass ich mich gut fühle. Wir freuen uns auf die Morgendämmerung, die unserer Schätzung zufolge gegen 4 Uhr einsetzen sollte. Selbst jetzt, selbst gegen 4 Uhr früh werden wir beklatscht. Freilich, die Burschen an der Strecke lallen ein wenig, aber.. ich denke, sie sind zumindest so frisch wie wir. Also, passt schon
Weit gefehlt, gegen halb 5 deutet sich erst ein zarter hellschwarzer Schimmer am Horizont an. Wir sind nun schon 6:30 unterwegs. Es ist soooo genial, denn, eigentlich sind keine wirklichen Probleme zu merken. Klar, die Oberschenkel ziehen, Heidi hat zwei schmerzende Blasen. Aber sie ist ungemein tapfer und zäh. Bei KM 57 kommt nun endlich die lange erwartete Wechselstation. Hier könnte man aufgeben, kann sich umziehen und massieren lassen. Wir nutzen 2 dieser Angebote, Heidi nimmt andere Schuhe, läßt sich massieren, ich bin mit meinen Tretern sehr happy und lasse nur meine Beine durchkneten. Mah, es ist sooo geil, meine Stimmung schwebt knapp unter der Decke. Ich ziehe auch kurz einen Schuh aus, da ich mir scheinbar einen Stein eingefangen habe. Dummerweise schmerzt mich dann dieser Fuß die nächsten ca 35 km ein wenig. Ergo: niemals unnötigerweise die Schuhe im Wettkampf öffnen/ausziehen. Ein wenig mache ich mir Sorgen um Heidi, denn sie schaut nicht ganz glücklich drein. Aber ich weiß, sie ist zäh.
Auf zum Emmendamm, auch unter Ho-chi-mihn Pfad. Angeblich das Herzstück, das Highlight der Strecke. Die gute Nachricht zum beginnenden Tag vorweg, es wird wieder hell.
Nur noch 43 Kilometer.
Nur noch ein Marathon.

Wir betreten den HoChiMihn Pfad, nun, ich hab mir schlimmeres erwartet. Ein Wiesenweg, vergleichbar mit Wegen am Cobenzl. Ich trotte vor mich hin, Heidi hinter mir, sie wird von einem anderen Läufer verfolgt. Nun, ich trete einmal kurz aus, sie läuft weiter. Ehrlich gesagt wollte ich auch einmal versuchen, ob ich ein wenig schneller rennen kann, grundelt mein Puls doch nun seit ca 7 Stunden bei ca 135 herum. Keine Chance auf Pulserhöhung.
Spielend schaffe ich den Tempowechsel. Kurz überlege ich... Soll ich nun schneller rennen? Es könnte klappen. Dann aber siegt der Gedanke an die Treue und an die damit verbundene Laufqualität. Bisher sind wir nicht schlecht im Plan, außerdem fühle ich mich gut und bin auf völligem Neuland. Ich mache, was mir mein Gefühl sagt, und bleibe bei Heidi
Der kurze Tempowechsel macht Spaß.
Und weiter.... wir versuchen, nicht zu stolpern, zur großen Überraschung schaffen wir es auch. Ich muss die eine oder andere Gehpause einlegen, doch verringert sich dadurch unser Tempo nicht wirklich. Alles ok, das wird wieder. Sind ja nur noch ca 38 km.
Eh nur.

Ungefähr bei km 65 starte ich ein völlig neues Experiment, ich bin noch nie mit MP3 bei einem Wettkampf gelaufen. Ich nehme das Ergebnis vorweg, ein Durchschlagender Erfolg!
Ab diesem Moment mußte ich von mir aus kein einziges Mal mehr gehen, konnte locker dahintraben, freute mich über Lieder der Dire Straits, Rocky Horror Show, Men at Work und ähnliches. Es war fantastisch. Um Heidi hören zu können hatte ich erst nur einen Ohrhörer, später fragte ich, ob es auch ok wäre, wenn ich beide nähme. Klar die Vögel hörte ich nicht mehr, aber meine Laune war jenseits aller Wolken. Ziemlich genau hier startete das Längste und absolut geilste Runners High meines Lebens, es sollte 40 km, also knappe 5 Stunden anhalten. Teilweise heulte ich vor Freude, ich lachte und war einfach nur dermaßen glücklich, dass ich auch heute noch, am Tag nach dem Lauf, eine Gänsehaut bekomme.
Wir können unser Tempo sehr gut beibehalten, steuern auf eine Zeit von ca 13 Stunden hin, was angesichts unserer Zielvorgaben unerreichbar schien Wir waren bald 70 km gelaufen, alle Organe, Gelenke und sonstigen Bestandteile schreien im Chor... GEIL!!!! (naja mit Ausnahme vielleicht meines rechten Fußes, aber der war auch ziemlich brav. Die Gemüsesuppe schmeckt auch wieder, jede Labestelle wird genutzt und auf den Bergabstücken können wir es richtig rollen lassen, ein unvorstellbarer Lauf hat begonnen. Lachen, Freuen und Genießen. Der Rhythmus der Schritte, es fällt einfach so leicht. Die Boullion schmeckt auch immer besser, ich schütte Iso und Cola in mich rein, plaudere mit den Leuten an der Strecke.

Darf Biel einfach sein? Darf Biel solchen Spaß machen?
Wir überholen so viele andere, einen nach dem anderen schlucken wir, dass es eine Freude ist. Mir ist schon klar, dass ich meine Laune nicht zwingend auch auf Heidi übertragen kann, doch hält sie bewundernswert gut mit. Wenn ich frage, wie es ihr geht, so meint sie nur manchmal, ein wenig muskulär bedient zu sein, doch im Großen und Ganzen.... Wir sollten unsere eigene Vorgabe weit, um Stunden unterbieten zu können. WIR SIND BIEL
zwischen km 70 und 75, eine weite Landstraße leicht ansteigend, plötzlich rast an uns ein Auto vorbei, scheinbar hat ihn die Absperrung an der Straße nicht interessiert. Nun, das war auch schon wieder die Aufregung.
Wieder eine kleine Steigung, wir trippeln hinauf, oben dann ein steiles Gefälle. Hier heißt es, einerseits sehr ökonomisch runter zu fallen, andererseits doch auch die nun doch schon leicht angeschlagenen Oberschenkel zu schonen. Geht doch ganz gut. Auch Heidi ist eine Meisterin des Berablaufes geworden. SOOOOOO GEIL HEUTE!
Bei km 80 haben wir noch einen sehr großen Zeitpolster sogar auf 13 Stunden. Doch immerhin ist es nun noch ein halber Marathon, und wir haben schon durchaus gut „aufgewärmt“. Immer noch kann was passieren. Nicht übermütig werden. Auch wenn der Puls sich scheinbar gar nicht bewegt. Immer noch pickt er – richtig langweilig – bei 133 fest. Seit ca 10 Stunden.
Jaja, ich hab keine Grundlage
Bis Km 90 laufen wir an einem wundervollen See vorbei, Heidi fällt es ein wenig schwerer, unser Tempo zu halten, doch immerhin laufen wir immer noch. All die anderen, mit ihren K 78, Rennsteiglauf-Leiberl überholen wir ohne Probleme, denn sie gehen. Walk of Life, der Lauf meines Lebens. Die Dire Straits spielen die perfekte Filmmusik zu meinem perfekten Lauf.
Bald kommen wir wieder an eine Labe, nur noch 15, nur noch 10 Kilometer. 90 haben wir schon. Mein Gott, wir sind schon neunzig Kilometer gelaufen. Und es macht Spaß, es ist schön, es tut nicht weh. Ich fange an zu weinen, höre gleich wieder damit auf, denn... nun, ich genieße lieber den Lauf. Heidi gibt mir zu verstehen, dass bei ihr der Faden zu reißen droht, die muskulären Probleme scheinen zu lästig zu werden. Gut, gehen wir halt.
Ich versuche, meinen Übermut zu bremsen, was mir schwer fällt, innerlich möchte ich den Endspurt meines Lebens ansetzen, möchte nun in einem 10 Kilometer Endspurt alles zerreißen. Es wäre möglich, ich weiß es. Doch was wäre dann im Ziel? Soll ich dann im Ziel alleine sein? Soll ich in Biel alleine ankommen? Ich werde meine Traumfrau nicht alleine lassen, außerdem hat sie mir so unglaublich viel geholfen heute. Als ich fast eingeschlafen wäre, als ich meine Schmerzen hatte und überhaupt jeden Tag seit dem 13.12.2005. Klar, es wär schon lustig, jetzt zu rennen, aber ich bleib da. Wir gehen ein wenig, sie scheint meine Ungeduld zu merken. Schlägt vor, ich möge alleine laufen. Ich verneine, bin dabei emotional und fast ungeduldig. Unfair ihr gegenüber. Als sie meint, die 13 Stunden würden wir nicht schaffen, weshalb wir eh schon gehen können, werde ich grantig. Das ist keine Einstellung, solange wir noch irgendwie laufen können, schulden wir es uns, schulden wir es Biel, dass wir es machen. Bei KM 94 eine Steigung, die letzte. Wir gehen, ich schiebe Heidi ein wenig, wir überholen wieder.
WOW, wir werden es wirklich schaffen. Mit all diesen Lauf-Urgesteinen gemeinsam sind Heidi und ich dann die 100 KM von Biel gelaufen. Das hat was.
Ich versuche Heidi zu ein paar Laufschritten zu bewegen, es klappt, wir trippeln weiter. Ich bin stolz auf sie. Bei km 95 kommt es dann wieder zur Diskussion, ich will sie anfeuern, mein Schatz meint nur: „ich halts nicht mehr aus, jetzt lauf endlich!“ wortlos, ein wenig wütend renne ich weg, die EB meines Lebens. Ich habe den Eindruck über endlose Energie zu verfügen. Renne nicht mehr 7:20 sondern geschätzte 4:50. Ich bin traurig, grantig wütend und auch glücklich, das erleben zu dürfen. So viele andere überhole ich im Flug, die gehen, ich laufe an ihnen vorbei, als wäre es ein Spaß, als wäre ich der Läufer, sie die Wanderer. Nur noch 4 km, 3, 2. Was mache ich hier eigentlich?
Was soll ich alleine im Ziel machen? Soll ich denn wirklich? Außerdem hat Heidis Chip öfter scheinbar nicht ausgelöst. Sie braucht mich dann vielleicht für ein Zielfoto. Ich will ein Zielfoto mit ihr, ich will nicht alleine ins Ziel, nicht ohne sie den Lauf meines Lebens finishen. Noch ca 1300 Meter, unter einer Brücke durch, ich überhole weiterhin. Ich fliege, ich sehe das Schild des letzten KM vor mir, einen hole ich mir noch. Ich vermisse sie.
Bei KM 99 drehe ich um. Ich gehe, laufe ihr entgegen.
Entgeistert schauen mich die anderen an. Was ich da mache? Ich laufe nicht ohne meine Frau ins Ziel. Ich warte auf meine Frau.
Der Streckenposten will nicht glauben, dass ich so knapp vor dem Ziel zurück laufe, doch er läßt mich über die Strasse drüber. Ungläubiges Staunen, Kopfschütteln. Aber ich bin glücklich. Ich werde sie wieder sehen und dann gemeinsam mit Heidi in Biel einlaufen. Das schulde ich uns einfach.
Viele kommen mir entgegen. Habe ich die alle überholt? Scheinbar.
Von einem erfahre ich, dass Heidi in die Büsche abgebogen ist. Gleich dahinter sehe ich sie. Nicht ohne Dich!
Wir gehen Richtung Ziel, wir gehen Richtung Biel. Ein paar Laufschritte wieder. Es geht, es ist möglich, wir werden einhundert Kilometer laufen. (hey ich sogar ca 103 )und das gemeinsam finishen. Wir sind zwar keine guten Läufer, aber wir laufen in BIEL ein! So unglaublich. Dieser Triumph! Noch eine Kurve, dann eine Gerade. An unserem Zelt vorbei, wir werden angefeuert. Ich liebe unser Leben, ich liebe Laufen und ich liebe meine Frau. Ich bin Biel, ich habe es geschafft. Irgendwann mußt Du nach Biel, Dieser Tag ich heute! Wir halten uns an der Hand. Werden vom Zielsprecher begrüßt. Nur noch wenige Meter. Es ist unbegreiflich. Wir laufen ein. Wir haben es geschafft! BIEL der Lauf der Läufe, der Lauf der Irren, der Lauf der Läufe. Hand in Hand mit meiner Frau.

JAWOHL!

Unsere Endzeit 13 Stunden 20 Minuten. Abzüglich unserer Massagezeit bleiben wir dennoch unter 13 Stunden. Was einen Temposchnitt von ca 7:40 bedeutet. Mein Pulsschnitt liegt bei 129.
Wie sagte einer, der es wissen muß: Biel ist nur für Narrische.
Stimmt.

Daher mußten wir dort laufen. Daher sind wir Biel.

Foto: Nik Nedwed
Chicago Marathon 2007
Schon bei unserer Ankunft wurde Sonntag der 7.Oktober als heißester Tag angekündigt und genau so kam es.
Von den über 45.000 gemeldeten Startern waren nur ca. 36.000 am Start.Um 8 Uhr war der Startschuß bei fast 30 Grad und über 95 % Luftfeuchtigkeit. Uns war allen klar, es wird keine Bestzeit geben und es ging dann wirklich nur ums durchkommen. Trotzdem eine super Stimmung und wieder eine gewaltige und lautstarke Zuschauermenge entlang der Strecke. Aber es wurde immer heißer bis 36 Grad und die Sonne brannte erbarmungslos auf die Marathonis nieder. Das wichtigste war jetzt TRINKEN. Es wurde leider zuviel Trinkwasser von den Läuferinnen und Läufern verschwendet. Kanisterweise wurde das Tinkwasser über die Köpfe der Läufer/innen geleert und das Waser fehlte dann den nachkommenden Teilnehmern. Ab km 30 hatten nur noch die hintersten Versorgungsstationen genug Wasser und Gatorade und wir mußten uns anstellen, das kostete natürlich viel Zeit. Die Ungeduldigen sind ohne zu trinken weitergelaufen und haben es bald bitter bereut. Dann öffnete die Feuerwehr die Hydranten um uns eine Abkühlung zu ermöglichen, leider tranken einige das Wasser, es war Nutzwasser und Magenproblemewaren die Foge. Die Organiation entschied sich für jene Teilnehmer, welche die Halbmarathondistanz in 3 Stunden 30 Minuten nicht passiert hatten, das Rennen abzubrechen. Es wurde von vielen nicht beachtet und es wurde weitergelaufen. Daraufhin wurde nach km 25 die Strecke von Feuerwehr und Polizei einfach abgesperrt und die Läufer/innen auf einer eigenen Strecke zum Startbereich zurückgeführt. Ca. 25.000 Teilnehmer konnten trotz dieser Umstände das Ziel erreichen und den Marathon erfolgreich beenden.
Trotzdem war es für uns wieder ein unvergessliches Erlebnis. Monika erreichte etwas aufgelöst aber gesund und fast zufrieden in 04:02:07 das Ziel und konnte in der Altersklasse W-60 den 2.Platz belegen.
Nach einem Verbrauch von ca. 8 Liter Wasser und Gatorade konnte ich meinen 1.Marathon in 05:21:03 gesund und glücklich und vor allem problemlos beenden und habe mir zum 61. Geburtstag ein einmaliges Geschenk gemacht. Tommy bekam nach 10 km Magenkrämpfe, kämpfte sich noch bis zum Halbmarathonbogen durch und mußte dann leider aufgeben. Gitti ist leider dem Abbruch zum Opfer gefallen und wurde nach 25 km zum Start umgeleitet. Der Veranstalter war so fair und alle Marathonis welche nicht freiwillig das Rennen beendet haben bekamen eine Medailie überreicht.
Nicht ganz fair empfanden wir es, wie gnadenlos der Veranstalter und die gesamte Organisation, tagelang von Presse und TV beschuldigt wurde (Todes Hitze Marathon) ohne die Vorgänge genau geprüft zu haben. Nach vielen Debatten mit anderen Teilnehmern, war es doch für uns und sicher für viele tausend Läuferinnen und Läufer ein unvergessliches Erlebnis.

Nik Nedwed
Ergebniss Masters W-60
FEMALES 60 TO 64
1, Nancy Rollins, 1237, Evanston, IL, 3:42:14
2, Monika Nedwed, 8099, Vienna, Austria, 4:02:07
3, Maria Estela Verdejo, 8897, Mexico City, Mexico, 4:10:40
4, Chieko Tanaka, 5897, Nerima-ku, Japan, 4:14:39
5, Kathleen L Binder, 17363, Oshkosh, WI, 4:19:00
6, Nancy Scannell, 42957, Valparaiso, IN, 4:29:51
7, Susan Croll, 5095, Marengo, IL, 4:31:39
8, Cindy Quackenbush, 32359, Crystal Lake, IL, 4:39:21
9, Pj Larson, 6880, Vernon Hills, IL, 4:42:41
10, Kathy T Friedman, 7282, Medinah, IL, 4:50:45
11, Sue Ellen Trapp, 38717, Fort Myers, FL, 4:51:21
12, Herma Joel, 23131, Toronto, Canada, 4:58:20
13, Jung Ja An, 8985, Seoul, Republic of Korea, 5:00:09
14, Francine Desaulniers, 21819, Racine, Canada, 5:01:08
15, Andrina Antenbring, 21856, Kamloops, Canada, 5:09:25
16, Becky Brushwood, 12460, Maitland, FL, 5:17:26
17, Ingrio Pickert, 47391, Barrington, IL, 5:19:29
18, Jean Townsend, 38507, Denver, CO, 5:24:18
19, Penelope D Foley, 13087, Los Angeles, CA, 5:28:20
20, Anne Marie Emery, 8883, Perpignan, France, 5:28:40
21, Dee Budelier, 37812, Crystal Lake, IL, 5:30:45
22, Char Green, 49042, Romeoville, IL, 5:31:03
23, Terrie Brooks, 11940, Crandall, TX, 5:31:11
24, Patricia Mueller, 38814, Hawthorn Woods, IL, 5:31:21
25, Kathleen Connell, 38823, Hilbert, WI, 5:31:22
Monika mit der Siegerin des Chicago Marathons 2007 Berhane Adere im Hilton Hotel.
Siegerehrung der Damen Chicago Marathon 2007

1.Platz Berhane ADERE (ETH) 02:33:49
2.Platz Adriane PIRTEA (ROH) 02:33:52
3.Platz Kate O´NEILL (USA) 02:36:15
Siegerehrung der Männer Chicago Marathon 2007

Patrik IVUTI (KEN) 02:11:11
Jaouad GHARIB (MAR) 02:11:11
Daniee NJENGA (KEN) 02:12:45


Nik Nedwed Finisher Foto.




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 Wir sind die Lauftiger   Wien Energie Business Run 2016 Platz 1 und 3 in der weibl. Wertung - Wien Energie Business Run 2015 Platz 2 und 3 in der weibl. Wertung - Wien Energie Business Run 2014 - 1. und 3. Platz in der weibl. Wertung - 2013 - 2. und 3.Platz in der weibl. Wertung   24 Stunden Weltrekord am 7. Juli 2012 in Wörschach - Irdning mit der Damen Megastaffel  Masters Weltmeisterin  Masters Weltmeister  Österreichische Staatsmeisterinnen  Österreichische Staatsmeister  Österreichische Vizestaatsmeistrinnen  Österreichische Masters Meisterinnen  Österreichische Masters Meister  Steirische Landesmeisterinnen  Steirische Landesmeister  Steirische Masters Landesmeisterinnen  Steirische Masters Landesmeister  Steirische U14 - U16 - U18 und U20 Landesmeisterinnen  Burgenländische Landesmeisterin  Burgenländische Masters Landesmeisterin  Burgenländischer Landesmeister  Salzburger Landesmeister  Salzburger Landesmeisterin  Kärntner Landesmeister  Wiener Landesmeisterinnen  Wiener Landesmeister  Niederösterreichische Landesmeisterinnen  Niederösterreichische Landesmeister  Oberösterreichische Landesmeisterin 
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